Jahreshauptversammlung 2010
Autor: Thomas Bösewill, Datum: 16.02.2010Keine Supermänner – sondern nur Menschen
Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Walsrode / 11.793 Dienststunden
„Wir sind keine Supermänner. Wir sind nur Menschen wie jeder andere Bürger auch“, sagte Ortsbrandmeister Ralf Schulz bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Walsrode. Im dem vergangenen Jahr mussten die Brandschützer bei einigen Verkehrsunfällen helfen, bei denen Menschen zu Tode kamen. Es sei nicht immer einfach, mit dem erlebten zurecht zu kommen. Auch die Vielfalt der Einsätze zeigt: Feuerwehr heißt schon lange nicht nur Brandbekämpfung. 145-mal rückten die Freiwilligen aus – bei Unwetter, zur Personensuche und sogar zu einem Waldbrand am Grundlosen See.
Walsrode. Um die besondere Belastung aufzuzeigen, ging Schulz in seinem Rückblick auf den 10. August ein. Nach einer Alarmierung um 4:14 Uhr wegen eines Blitzeinschlags wollten die Feuerwehrkräfte zurück zum Feuerwehrgerätehaus fahren – dann ging um 4:59 Uhr die zweite Alarmierung ein. Die Brandschützer missten auf der Autobahn 27 zwei tödlich verunglückte Personen aus ihrem Wrack bergen. Eine dritte Alarmierung folgte noch am Morgen. „Ein Kamerad sagte Tage später zu mir, dass er mit dem erlebten auf der Autobahn nicht zurechtkomme und unter Schlafstörungen leide“, berichtete Schulz.
Die Feuerwehr holte sich das Kriseninterventionsteam der Johanniter Unfallhilfe für zwei Gruppengespräche mit den beteiligten Brandschützern zur Seite. „Ich kann jedem nur raten, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagte der Ortsbrandmeister.
Im Vergleich zum Vorjahr mussten die Walsroder 28 Einsätze mehr verzeichnen. Der Ortsbrandmeister lobte die hohe Einsatzbereitschaft seiner Feuerwehrmänner- und frauen, die „365 Tage im Jahr freiwillig für die Bürger der Stadt Walsrode einsatzbereit sind“. 44 Alarmierungen sind zwar auf technische Defekte von Feuermeldern zurückzuführen, doch „auch das sind Einsätze, bei denen wir ausrücken – egal ob nachts um 3 oder morgens um 10 Uhr“, betonte Schulz.
Zu den zählen zwei Großbrände. Allein 13 Mal kam die Rettungsschere zum Einsatz. Die Einsatzstundenzahl betrug 2250 Stunden. In Anbetracht der hohen Einsatzbelastung und der vielen Schichtdienstler sei die Dienstbeteiligung von 67 Prozent sehr zufriedenstellend. Die Walsroder Brandschützer leisteten eine Gesamtstundenzahl an Einsätzen, Übungs-, Sonder- und Fachgruppendiensten von 11.793 Stunden.
Nach der Übernahme von Melanie Welmert, Lisa-Sophie und ihrem Bruder Jonas Hustedt, Sebastian Foot und Niels Schlüter aus der Jugendfeuerwehr umfasste der Kreis der Aktiven nun 59 Feuerwehrkräfte. Hinzu kommen 13 Kameraden der Altersabteilung und vier Mädchen und 18 Jungen aus der Jugend. Die Mitgliedzahl beträgt 94, der Altersdurchschnitt liegt bei 29 Jahren. „Das ist ein sehr guter Durchschnitt“, lobte Stadtbrandmeister Richard Meyer, „ein gutes Rückgrat der Wehr ist genau diese Mischung aus Jung und Alt“.
Auch fahrzeugtechnisch ist die Wehr mit sieben Einsatzwagen und einem Altersdurchschnitt von 8,1 Jahren gut aufgestellt. Die Zähler ergaben 15.951 gefahrene Kilometer.
Ehrungen und Beförderungen standen noch auf der Tagesordnung: Günter Machner wurde unter langanhaltendem Applaus für 60-jährige Treue zur Wehr geehrt. Neben Machner wurden noch Rudi König für 40 Jahre und Ralf Jorzik, Reiner Helberg, Harry Böhm und Marcus Kliem für 25 Jahre ausgezeichnet.
Der Ortsbrandmeister beförderte Sven Lilke zum Hauptlöschmeister, Stephan Wagner und Andreas Brandt zum Oberlöschmeister sowie Torsten Helberg zum Löschmeister.
Quelle: Text WZ, Bilder Th. Bösewill
Galerie: Jahreshauptversammlung 2010